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"Wie bekommt man eigentlich Daten von einer Cloud in die nächste?"

In der aktuellen Ausgabe Der IT Mittelstand hinterfragt Timur KücüK, Head of Sales bei der IAS, kritisch den Hype von cloud-Systemen im ERP-Umfeld. Sein Fazit: Cloud nur dort wo es wirklich sinnvoll ist".

Informationsdrehscheibe ERP-System

(Auszüge aus dem Originalartikel)


Im Rahmen von Industrie 4.0 und Industrial Analytics fallen große Datenmengen an, die verarbeitet und vor allem sinnvoll genutzt werden wollen. Die Fragen lauten, welche Rolle das ERP-System in diesem Zusammenhang spielt, ob die Cloud als Speicherort für Massendaten unumgänglich ist und wie sich generell brauchbare von unbrauchbaren Daten abgrenzen lassen.


Nachdem sich der Nebel um den schwammigen Begriff Industrie 4.0 ein wenig zu lichten beginnt, kristallisieren sich für produzierende Mittelständler nach und nach zwei ernstzunehmende Hauptentwicklungsstränge heraus: Zum einen geht es darum, die eigenen Produkte und Bauteile mit mehr Funktionalität und Intelligenz zu versehen, um den Kunden zusätzlichen Nutzen zu bieten. Beispielsweise, indem Wartungsintervalle aufgrund der Häufigkeit der Nutzung anstatt wie bisher nach fixen Zeiträumen definiert werden. Oder indem Maschinenteile im Produktionsprozess konfigurierbar gemacht werden, um auf Basis aktueller Ereignisse Anpassungen zu ermöglichen (siehe Titelinterview).


Zum anderen geht es um die stetige Überwachung und verbesserte Steuerung der eigenen Fertigungsprozesse mittels Echtzeitdaten, die permanent von direkt an den Maschinen angebrachten Sensoren oder sogenannten Smart Devices erfasst werden. Dies könnte in seiner endgültigen Ausbaustufe sogar die autonome Selbststeuerung von Objekten betreffen.


Wenn Business Intelligence (BI) die Methoden und Verfahren zur systematischen Analyse (Sammlung, Auswertung und Darstellung) von Geschäftsdaten in elektronischer Form beschreibt, dann ist Industrial Analytics als Unterform von Industrie 4.0 dessen Verlängerung in die Produktions- und Fertigungshallen. Bei der Menge der potentiell erfassbaren produktionsnahen Daten ist der Begriff Big Data nicht weit hergeholt. Diese Daten müssen nun jedoch adäquat gespeichert, verarbeitet und ausgewertet werden, um nützliche Ergebnisse liefern und als valide Entscheidungsgrundlage dienen zu können.


Ein Beispiel: Die Sensoren eines bestimmten Geräts erfassen eine Betriebstemperatur von 50 Grad Celsius. Ohne Kontext ist dies zunächst ein nicht interpretierbarer Wert, weil nicht klar ist, ob 50 Grad zu hoch oder zu niedrig sind. Wird dieser Wert nun allerdings mit den Daten im ERP-System abgeglichen, lässt sich anhand von eingerichteten Schwellenwerten erkennen, dass 50 Grad für den normalen Betrieb des speziellen Geräts viel zu hoch sind. Aus reinen Daten werden folglich verwertbare Informationen, mit denen das ERP-System Aktionen auslösen kann, beispielsweise um einen Service-Auftrag zur vorbeugenden Wartung zu erzeugen.

Dies sehen die meisten Experten ähnlich, für fast alle ist das ERP-System das führende System in Industrie-4.0-Szenarien. (Man könnte in hiesigem Kontext weniger hochtrabend übrigens auch von Industrial Analytics oder gar von Produktions- und Betriebsdatenerfassung sprechen.) […]

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Wohin mit den Daten?


Gesetzt den Fall, der Datenübertag von Maschinen und Produktionsanlagen an das ERP-System gelänge problemlos, ergeben sich jedoch folgende Diskussionspunkte:

  •  Wo werden die Daten gespeichert und verarbeitet?
  •  Wie finden Unternehmen in dem zu erwartenden Datenwust die für sie relevanten Daten?


Die an den Objekten durch Sensoren und Tags gesammelten Daten sollten in den Augen von einigen Experten nicht zwingend im ERP-System gespeichert werden, massenhafte Echtzeitdaten gehören für sie in die Cloud. Allerdings sollten Aspekt der Sicherheit hinsichtlich der Datenübertragung und des Datenspeicherortes dabei nicht ignoriert werden. Schließlich dürfe wertvolles Produktions-Know-how nicht in die Hände ausländischer Behörden (oder des Mitbewerbs) gelangen.


Vom theoretischen Ansatz her ist die Cloud natürlich ein wichtiger Bestandteil moderner Infrastrukturen, speziell für die Vernetzung von Unternehmen mit mehreren Standorten oder von Unternehmen untereinander. Sie verspricht Flexibilität, Skalierbarkeit und jederzeitige Verfügbarkeit, was gerade auch für die Nutzung mobiler Anwendungen essentiell ist.

Dennoch muss man sich, anknüpfend an den bereits aufgebrachten Aspekt der Sicherheit, bei der Cloud immer darüber im Klaren sein, was dort gespeichert werden soll. Sind es anonyme Massendaten oder sind es unternehmenskritische Daten wie Zeichnungen und Produktions-Know-how? Oder legt man gar die Prozesse in die Cloud?

Timur Kücük, Vertriebsleiter beim Karlsruher ERP-Anbieter IAS, rät strikt davon ab, unternehmenskritische Daten in die Cloud zu übertragen. Denn jede Cloud-Lösung sei den gleichen Gefahren ausgesetzt wie jede andere Internetanwendung und damit hackbar.


Anders bewertet er die Situation bei anonymen Massendaten, die in Echtzeit erfasst und zunächst ungefiltert und unsortiert in der Cloud gespeichert werden. Wenn nur das anwendende Unternehmen selbst in der Lage ist, diese Daten in vernünftige Zusammenhänge zu bringen, scheint die Gefahr zunächst überschaubar. Aber: Zieht man einmal in Betracht, dass ein Mitbewerber in etwa die Anzahl der Maschinen des Cloud-Nutzers und somit den potentiellen Output kennt, könnte dieser Mitbewerber anhand der erfassten Maschinendaten, die beispielsweise für statistische Zwecke in der Cloud gelagert werden, die aktuelle Auftragslage abschätzen. […]


Cloud dort, wo es sinnvoll ist


Der allgemeinen Cloud-Euphorie zum Trotz gibt es allerdings auch Einwände. „Die reine Cloud-Anbindung aller Smart Devices wird dort gewählt, wo es aus Projektsicht sinnvoll ist. Stattet man aber beispielsweise eine oder mehrere kooperierende Maschinen mit mehreren Sensoren und Aktuatoren aus, die in der Maschinensteuerung zusammenspielen, ergibt es keinen Sinn, alle Daten in die Cloud zu senden und dort zu verarbeiten“, […]


Allgemein zur Thematik Cloud und ERP gibt Timur Kücük den Anwendern noch einige Gedanken mit auf den Weg. IAS’ ERP-System kann derzeit als Cloud-Lösung betrieben werden. „Das hat der Markt eine Zeit lang gefordert, somit bieten wir unseren Kunden diese Möglichkeit. Die Nachfrage hält sich jedoch in Grenzen“, sagt der Experte und liefert seine Sichtweise gleich mit: Bei Cloud-Lösungen werde sehr oft der Kostenfaktor als Vorteil vorgebracht, weil man weder Server noch Software kaufen müsse. Doch: „Mir hat man früher immer gesagt: Warum kommst Du mit Deiner Miete für das

Eigentum anderer auf?“ Die Kosten fallen also immer an.


Das einzige, was Kücük hier wenn auch nur eingeschränkt gelten lassen würde, ist die Möglichkeit der kürzeren Bindung. Aber da stelle sich speziell im Bereich Cloud-ERP die Frage, ob man seine Prozesse wirklich permanent an neue Systeme anpassen könne. „Wie bekommt man seine Daten von einer Cloud in die nächste? Wenn die Strukturen in der neuen Cloud nicht passen, was passiert dann mit den Daten, die man nicht mitnehmen kann? Ist ein Wechsel eventuell doch nicht so einfach?“, fragt er. Damit relativiere sich auch dieses Argument der vermeintlich höheren Flexibilität bei Wechseln sehr rasch. Ein echter Nutzen der Cloud sei daher abseits des Hypes in der Werbung für viele Anwender bisher nicht überzeugend darstellbar, insbesondere wenn man dem die potentiellen Sicherheitsrisiken gegenüberstelle.

 

Originalartikel erschienen in der IT Mittelstand 3/2017, online abrufbar unter: http://www.it-zoom.de/it-mittelstand/e/informationsdrehscheibe-erp-system-16347/ [zuletzt 30.03.2017]

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